AMIRALI ALIMOHAMMADI
PSYCHOTHERAPIST | RESEARCHER

AMIRALI ALIMOHAMMADI
PSYCHOTHERAPEUT | WISSENSCHAFTLER

BERUFLICHER WERDEGANG

Hintergrund und Hauptinteressen

AmirAli Alimohamadi ist psychoanalytischer Psychotherapeut und Forscher in den Geisteswissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte und Veröffentlichungen erstrecken sich über die Bereiche Psychoanalyse, Diskursanalyse, Psychopolitik, Medienwissenschaften, qualitative Forschung und Gender Studies. In seiner therapeutischen Arbeit fühlt er sich besonders den Ansätzen des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan und des deutschen Psychoanalytikers Sigmund Freud verbunden. Neben seinem Studium der Klinischen Psychologie arbeitet er seit zehn Jahren – sowohl persönlich als auch online – als psychoanalytischer Therapeut.

Veröffentlichungen und Übersetzungen

Sein aktuelles Buch „Instagram: Ein Apparat des Spätkapitalismus“ (2021) ist eine psychoanalytische Abhandlung über die Subjektivität prominenter iranischer Nutzer auf Instagram. Er ist außerdem der Übersetzer des Buches „Das Ende der Unzufriedenheit? Jacques Lacan und die entstehende Gesellschaft des Genießens“ (2023) von Todd McGowan, das Psychoanalyse, Politik, Literatur und Popkultur untersucht.

Forschungsbereiche und akademische Arbeit

Die Erforschung der Erfahrungen von Minderheitengruppen und die Erleichterung des Zugangs zu Dienstleistungen für gefährdete Gemeinschaften gehören zu seinen zentralen Interessen und Zielen. Darüber hinaus verfolgt er einen interdisziplinären Ansatz, um die klinischen, soziologischen, politischen und ideologischen Dimensionen der Subjektivität durch die Linse der Psychoanalyse und Diskursanalyse zu erforschen. Seine Doktorarbeit an der University of Essex konzentriert sich auf diese Bereiche.

Worte sind alles, was wir haben.

Worte sind alles, was wir haben.

MEINE GEDANKENWELT

Realität als menschengemachte Welt: Unsere Selbstkonstruktion durch Sprache

To understand and analyze something, we must first grasp how it is constructed. This foundational principle shaped my thinking through Peter Berger’s book The Social Construction of Reality. Berger notes that humans lack a given relationship to the world; we must continually establish a relationship with it. In essence, we produce not only our world but also ourselves within that world. Language plays a pivotal role in this process, mediating our engagement with reality and enabling understanding. As Berger underscores, we often forget our authorship of this constructed world, and the dialectic between humans (as producers) and their products fades from consciousness. This insight marked a critical synthesis for me: where the sociology of knowledge converges with the philosophy of mind.

Das zweischneidige Geschenk der Sprache und die Hinwendung zur Psychoanalyse

Um etwas zu verstehen und zu analysieren, müssen wir zunächst begreifen, wie es konstruiert ist. Dieses grundlegende Prinzip formte mein Denken durch Peter Bergers Buch „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“. Berger stellt fest, dass dem Menschen eine gegebene Beziehung zur Welt fehlt; wir müssen ständig eine Beziehung zu ihr herstellen. Im Wesentlichen produzieren wir nicht nur unsere Welt, sondern auch uns selbst in dieser Welt. Sprache spielt in diesem Prozess eine entscheidende Rolle, vermittelt unsere Auseinandersetzung mit der Realität und ermöglicht Verständnis. Wie Berger betont, vergessen wir oft unsere Urheberschaft an dieser konstruierten Welt, und die Dialektik zwischen dem Menschen (als Produzent) und seinen Produkten verschwindet aus dem Bewusstsein. Diese Erkenntnis markierte eine kritische Synthese für mich: wo die Wissenssoziologie auf die Philosophie des Geistes trifft.

Lacans Intervention: Sprache als Schnittstelle von Psyche, Politik und Geschichte

Hier erwiesen sich Lacans Gedanken als transformative Kraft: Er verankerte Freuds Ideen in der strukturellen Linguistik und Sozialtheorie und „holte thereby die Psychoanalyse auf den Boden der Tatsachen zurück“. Für mich persönlich schloss Lacans Betonung der Sprache kritische Lücken im Feld. Sprache wurde zum dynamischen Schnittpunkt von Psyche, Unbewusstem, Kultur, Politik und Geschichte. Indem die klinische Arbeit auf die Sprache zentriert wird, bleibt die Einzigartigkeit jedes Individuums gewahrt; seine persönlichen und kulturellen Narrative werden in den Vordergrund gestellt, seine Kämpfe historisch kontextualisiert. Folglich verringert sich die Auferlegung abstrakter theoretischer Schemata auf die gelebte Erfahrung. Sprache fungiert thus als der lebendige Ort, an dem symbolische Abstraktion und verkörperte Realität zusammentreffen.

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.